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Der VW Käfer: ein legendäres Fahrzeug mit einer außergewöhnlichen Geschichte!

Der VW Käfer: ein legendäres Fahrzeug mit einer außergewöhnlichen Geschichte!

Schon lange vor dem Bau des berühmten VW Busses entwarf die deutsche Automarke Volkswagen den Käfer. Auch „Volkswage“ oder „Kraft durch Freude“ genannt, war er das meistverkaufte Auto der Welt. Als Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Ferdinand Porsche und Adolf Hitler während der Zeit des Dritten Reiches war dieses Auto zunächst ein Propagandainstrument, bevor es um die Welt ging.

Die Geburt des Volkswagen Käfers: von der Idee zur Realisierung

Ferdinand Porsche und der Käfer

Es war 1931, als Ferdinand Porsche, ein 56-jähriger Ingenieur, beschloss, seine Position als technischer Direktor bei der Daimler Automobilgesellschaft in Deutschland zu verlassen. Ferdinand Porsche beschloss daraufhin, sein Konstruktionsbüro zu gründen, um seine eigene Marke zu schaffen, mit dem Wunsch, dem deutschen Volk günstige Autos anzubieten. Er heuerte ein kleines Team an, das mit ihm zusammenarbeitete, und so begann er, Aufträge von Herstellern anzunehmen. Zuerst wurde er von der Firma Zündapp angesprochen, die ein Auto für die breite Masse entwickeln wollte. Porsche lieferte mehrere Prototypen, doch Zündapp geriet in finanzielle Schwierigkeiten und das Projekt wurde aufgegeben.

Ein schwieriger Anfang

Käfer Auto

Ferdinand Porsche wandte sich daraufhin an NSU, einen anderen Automobil- und Motorradhersteller. Von dieser Firma erhielt er einen Kredit, der es ihm ermöglichte, umfangreiche Arbeiten zur Erweiterung und Modernisierung des Konstruktionsbüros aufzunehmen. Er begann dann, das zu bauen, was der zukünftige Käfer werden sollte, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau dasselbe Design und dieselben Funktionen hatte. Doch das Pech hielt an, denn NSU musste das Bauprojekt einstellen. Tatsächlich forderte die Marke Fiat, ein langjähriger Partner von NSU, die sofortige Einstellung des Projekts, um sich vor Konkurrenz zu schützen. Außerdem erlebte NSU einen sprunghaften Anstieg der Motorradverkäufe und musste die für das Käfer-Projekt vorgesehenen Linien schnell in Produktionslinien für seine eigenen Motorräder umwandeln.

Parallel dazu: Hitler im Dritten Reich

Hitler und der Käfer

Zwei Jahre später, im Februar 1933, ist Adolf Hitler an der Macht und kündigt fest seine Absicht an, die deutsche Automobilindustrie zu transformieren. Tatsächlich beschließt er, die Automobilunternehmen zu kontrollieren, indem er Subventionen anbietet, und drängt so die Unternehmen – insbesondere Mercedes und Auto-Union – dazu, neue Modelle zu entwickeln und an Rennen, Grand Prix und anderen Wettbewerben teilzunehmen, die die Macht und den Einfluss des deutschen Staates auf die Welt widerspiegeln. Hitler nutzt seine Herrschaft auch, um das Autobahnnetz des Landes auszubauen, um dem Volk individuelle Mobilität zu ermöglichen.

Die Wiederaufnahme des Käfer-Projekts: eine Partnerschaft zwischen Porsche und Hitler

1934, auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Berlin, hält Hitler eine historische Rede, in der er erklärt, „ein Auto für das Volk“ bauen zu wollen. Sein Traum ist es, dem deutschen Volk die deutsche Version des Ford T8 zu geben, der zu diesem Zeitpunkt in Großbritannien und den Vereinigten Staaten großen Erfolg hat. Da Ferdinand Porsche sein Projekt aufgrund zahlreicher Misserfolge immer noch nicht verwirklichen konnte, kontaktiert er das Reichsverkehrsministerium und erläutert seine Vision vom Volksauto. Anschließend wird er von Hitler zurückgerufen, der ein geheimes Treffen in Berlin mit dem Ingenieur vereinbart. Hitler überredet daraufhin die Entscheidungsträger der RDA, des deutschen Automobilbau-Verbandes, einen Vertrag mit ihm zu unterzeichnen, um dieses Auto mit staatlicher Finanzierung zu realisieren. Damit sind die Pläne für das erste Volkswagen-Auto gezeichnet.

Käfer Beetle 1934

Porsche erhält eine Frist von zehn Monaten, um einen Prototyp zu bauen. Die beiden von Hitler auferlegten Kriterien sind Leistung und Wirtschaftlichkeit, sowohl im Kauf als auch im Gebrauch, was ein eher einschränkendes Lastenheft darstellt, da die Kriterien praktisch gegensätzlich und daher schwer zusammen umzusetzen sind. Zudem hat Hitler den Preis des Wagens bereits festgelegt: er wird 1.000 Reichsmark nicht überschreiten (ca. 400 €), um für die breite Masse erschwinglich zu sein. Um dieser Forderung bestmöglich gerecht zu werden, beginnt Porsche daraufhin mit dem Bau eines Wagens, der bis zu 5 Personen Platz bietet, wetterfest ist, insbesondere bei Kälte, und eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h erreichen kann. Porsche, an der Spitze von Gezuvor, dem für die Entwicklung des Projekts zuständigen Unternehmen, und sein kleines Team schaffen es, einen ersten Prototyp bereits Ende 1935 fertigzustellen.

1936-1937: entscheidende Jahre bei der Entwicklung des Käfers

Werk Wolfsburg

1936 beginnt Hitler mit dem Bau der KdF-Stadt-Fabrik in der Region Niedersachsen, wo die zukünftigen Volkswagen-Autos hergestellt werden sollen. Der Bau wird 1939 abgeschlossen und verfügt über die besten amerikanischen Anlagen. Porsche beschließt seinerseits, im Sommer die Vereinigten Staaten zu besuchen. Er besichtigt die Fabriken von Ford, Packard und General Motors sowie den Karosseriebauer Budd. Er bringt alle Geheimnisse und Techniken der Massenproduktion mit nach Deutschland zurück.

1937 werden etwa dreißig Testwagen, bekannt als VW30, von 200 SS-Männern getestet, die insgesamt 2,4 Millionen Kilometer zurücklegen, um die Ausdauer und Langlebigkeit des Modells zu testen. Dieses Testprojekt wird von Ferry Porsche, dem Sohn Ferdinands, geleitet.

Der Skandal von 1938: Bezahlte, aber nie gelieferte Autos zum Preis der Propaganda

Als der Volkswagen Käfer am 26. Mai 1938 offiziell vorgestellt wird, erhält er den Namen KdF-Stadt, wörtlich Kraft durch Freude, in Anlehnung an den Namen eines Zweiges der nationalsozialistischen Arbeitsfront. Ziel dieser Organisation ist es, den Käfer als neues, familienfreundliches Freizeitvergnügen zu bewerben, um die Aufmerksamkeit des deutschen Volkes abzulenken und so dessen Bindung an das Regime zu stärken. Um den Käfer erwerben zu können, musste man Mitglied dieser Organisation sein, sparen und die Zahlung im Voraus leisten.

Käfer Auto

Dazu mussten Sonderbriefmarken zu 5 Reichsmark gekauft werden, um sie in ein Sparbuch einzukleben, das dann Zugang zu einem Sparheft verschaffte. Dieses System namens VW Sparen wurde am 1. August 1938 offiziell. So mussten insgesamt 990 Reichsmark für das Auto, 50 für die Lieferung und dann 200 für eine 2-jährige Versicherung gezahlt werden. 336.688 Deutsche schrieben sich für das Programm ein und schickten so einen Teil ihrer Ersparnisse an diese Organisation: doch kein einziges Auto wurde jemals geliefert.

Der Zweite Weltkrieg: Produktionsstopp und Wiederaufnahme

Der Grund für diesen Skandal ist eigentlich recht einfach und logisch: 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus, das gesammelte Geld wurde vom Staat einbehalten und in die deutsche Armee investiert, was zu einem Stopp der Käferproduktion führte, die gerade erst begonnen hatte! Daraufhin wurden Kriegsfahrzeuge gebaut, ausgestattet mit einer sehr widerstandsfähigen KdF-Wagen-Karosserie sowie geländegängigen Reifen, wodurch ein deutsches Äquivalent zum Jeep geschaffen wurde.

Käfer im Krieg

Im Mai 1945, am Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde das Werk in Wolfsburg fast vollständig zerstört und amerikanische Truppen besetzten die Region. Gemäß den zwischen den Alliierten getroffenen Vereinbarungen wurde das Werk unter die Kontrolle der britischen Besatzungstruppen gestellt. Ivan Hirst, ein britischer Major, der das Werk besuchte, entdeckte zwei KdF-Wagen, die von einigen Arbeitern des Werkes freiwillig zusammengebaut worden waren. Beeindruckt von dem Auto gab er seine Zustimmung zur Wiederaufnahme der Käferproduktion.

1948, mehr als 10 Jahre nach den ersten Skizzen von Ferdinand Porsche, wird der Käfer endlich in großem Maßstab produziert und ist bereit, die Welt zu erobern!

Ein wachsender Erfolg: USA, Brasilien, Südafrika und Europa

Nachdem die deutschen Kunden bedient wurden, wird der größte Teil der Produktion in die Vereinigten Staaten exportiert, wo der Volkswagen Käfer einen durchschlagenden Erfolg feiert. Die Zeit ist von Wohlstand geprägt, da wir mitten in der Ära der „Trente Glorieuses“ sind, die Konsumgesellschaft boomt. Insbesondere Frauen werden zu großen Konsumenten und wünschen sich immer mehr ein Auto, da die Haushalte sich nicht mehr auf ein einziges Fahrzeug beschränken. Der Käfer erfüllt perfekt alle Bedürfnisse der damaligen Zeit und etabliert sich sehr schnell als erstes ausländisches Auto auf dem amerikanischen Markt.

Käfer Auto Brasilien

Dank des Erfolgs in den USA wird eine Exportvariante nach Brasilien und Südafrika verschickt. Viele europäische Länder erhalten ebenfalls den Käfer, was zu seinem weltweiten Ruhm beiträgt. Doch in den 1970er Jahren erreicht das italienische Design seinen Höhepunkt und revolutioniert die Automobilwelt. Der Käfer wirkt nicht mehr modern und wird obsolet. Seine Produktion wird 1978 in ganz Europa eingestellt, während das letzte Modell am 10. Juli 2019 das Werk in Puebla, Mexiko, verlässt. Ab dem 17. Februar 1972 wird der Käfer das meistverkaufte Auto der Welt, ein Rekord, der bis dahin vom Ford T gehalten wurde. Er wird in über 21.529.464 Exemplaren weltweit produziert.

Der Käfer New Beetle und der Käfer III

Käfer Auto III

Zahlreiche neue Modelle werden anschließend auf den Markt kommen, wie zum Beispiel der New Beetle, der von 1998 bis 2011 vertrieben wurde und den Käfer ersetzt, der von 1938 bis 2003 produziert wurde. Heute ersetzt der Käfer III den New Beetle, seit Ende 2011.

Ganz aktuell wurde ein neuer, zu 100% elektrischer Käfer angekündigt, aber bisher liegen nur sehr wenige Informationen vor.

Wie hoch ist der Kaufpreis für einen neuen und einen alten Käfer?

Käfer Oldtimer

Wer sich einen nagelneuen Käfer mit modernerem Design und Leistung zulegen möchte, muss je nach Ausstattung zwischen 17.000 und 30.000 € ausgeben. Für ein gebrauchtes Vintage-Modell liegen die Preise je nach Modell der damaligen Zeit zwischen 10.000 und 50.000 €. Mit einem echten Aufleben des Alten und einem starken Trend zum Retro-Look sind einige Fahrzeuge Gold wert und stellen echte historische Schätze dar.


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